A-Z Translations | Alles neu macht der Mai
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Das bewahrheitet sich dieses Jahr ja ganz besonders. Wie ich schon vor zwei Wochen hier geschrieben habe, hat sich v.a. auch das berufliche Leben verstärkt ins Virtuelle und Entfernte verlagert.

Genau dieses Entfernte – im Englischen “remote” – ist es, was v.a. Dolmetscher natürlich gerade sehr beschäftigt und bewegt. “Remote Simultaneous Interpration” (RSI), also das simultane Dolmetschen aus der Ferne, war deshalb auch das Thema beim ersten online stattfindenden Regionalgruppentreffen Süd des Verbands der Konferenzdolmetscher (VKD) letzte Woche.

Und auch global gesehen ist RSI gerade sehr gefragt – unzählige Webinare, angeboten von verschiedenen Verbänden und Personen, alle innerhalb kürzester Zeit ausgebucht, sprechen eine klare Sprache: Das Thema ist wichtig und alles Wissen darüber sehr gefragt.

Ein Bereich, in dem ich nächste Woche selbst Erfahrung dazu sammeln werde, ist bei Gericht. Auch dort wird ja oft simultan gedolmetscht, allerdings unter ganz anderen Bedingungen als beispielsweise bei einer Konferenz.
Bei letzterer sitzen in der Regel zwei Dolmetscher gemeinsam in einer Kabine, es gibt Mikrofone und Kopfhörer.
Bei Gericht gibt es nichts dergleichen. Der Dolmetscher sitzt für gewöhnlich neben der Person, die der Sprache des Gerichts nicht mächtig ist, und flüstert für diese, was die anderen sagen, bzw. dolmetscht laut (konsekutiv), was diese Person sagt, für die übrigen Anwesenden.

Nun gibt es ja aber jede Menge Vorschriften, die es einzuhalten gilt, darunter Abstandhalten und Maskentragen, die eine Vorgehensweise “wie immer” unmöglich machen.

Hilfreicherweise hat der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) eine Handreichung zu genau diesem Thema mit praktischen Lösungsvorschlägen veröffentlicht, das neben konsequentem Konsekutivdolmetschen auch die Nutzung von Personenführungsanlagen (PFA) aufzählt. (Für Interessierte gibt es die Handreichung des BDÜ hier. )

Ich habe tatsächlich eine, wenn auch schon etwas ältere, aber funktionstüchtige PFA, die ich nächste Woche zum Dolmetschen mitnehmen werde, auch wenn ich noch nicht weiß, ob sie zum Einsatz kommen wird und wie das Ganze überhaupt aussehen und ablaufen wird. Nicht einmal die Justizsekretärin, mit der ich deswegen schon zweimal telefoniert habe, konnte mir mehr sagen, obwohl sie sehr dankbar für die Information war und diese auch an die zuständige Richterin weitergeleitet hat.

Es wird also auf jeden Fall spannend! Ich werde natürlich mit (hoffentlich) genügend Vorlauf beim Gericht sein, um vielleicht auch etwas auszuprobieren, denn es wird scheinbar die Premiere für diese “neue” Art des Dolmetschens dort sein – und natürlich werde ich danach berichten!

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