Die heiße Phase

Sie hat wieder begonnen – die heiße Phase, und zwar im doppelten Sinne. Zum einen hat sich das Wetter endlich in Richtung Sommer bewegt – und ist dabei fast ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen; zum anderen sind wir an den Fachakademien für Übersetzen und Dolmetschen in Bayern mitten in den Abschlussprüfungen. Die schriftlichen sind vorbei, die mündlichen und, falls zutreffend, auch die Dolmetscherprüfungen stehen noch an.

Als jemand, die auch einmal diese Prüfungen durchstanden hat, fühle ich mich den Studierenden besonders verbunden, auch wenn ich jetzt auf der anderen Seite stehe und die Prüfungen teilweise abnehme.

Am schlimmsten fand ich persönlich immer das Warten: auf den Prüfungstag, auf die Verkündung der Ergebnisse (komme ich weiter?), im Grunde v.a. darauf, dass es endlich vorbei ist.
Während der Prüfungen selbst war dann irgendwie gar keine Zeit mehr, sich über andere Dinge Sorgen oder Gedanken zu machen, geschweige denn, aufgeregt zu sein. Die Nerven zeigen sich bei mir immer, nachdem etwas vorbei ist, ob das nun eine Prüfung, ein öffentlicher Auftritt oder ein Dolmetscheinsatz ist.

Aber jeder Mensch geht ja anders mit solchen Situationen um, deswegen ist es nur bedingt hilfreich, Tipps aus der eigenen Erfahrung zu geben.

Was aber ganz sicher immer ein guter Ratschlag ist, den ich auch meinen Studierenden gebe: nicht bis zum letzten Drücker versuchen, noch etwas ins Hirn zu pressen! Viel wichtiger ist es, beizeiten ins Bett zu gehen und dann ausgeruht zur Prüfung zu kommen.

Natürlich wird die Nacht vor so etwas vermutlich nicht gerade die ruhigste sein, aber gerade deswegen ist es so wichtig, sich Zeit zu nehmen runter zu kommen, den Kopf freizubekommen, und die Gedanken auf andere Dinge zu lenken, damit das Einschlafen ohne allzu viele Probleme klappt.

Und dazu gehört eben auch nicht bis zum Schluss in die Unterlagen zu kucken oder die Kolleginnen und Kollegen (und sich selbst) verrückt zu machen mit irgendwelchen Fragen, die auftauchen könnten.

Spazierengehen, ruhige Musik hören, meditieren – was auch immer hilft zu entspannen (und das kann ja wirklich sehr unterschiedlich aussehen) ist gut.
Und das gilt möglichst auch, wenn die Prüfung nicht gleich morgens beginnt und man unter Umständen bis zum Nachmittag warten muss.

Das ist nicht unbedingt leicht und klappt vielleicht auch nicht auf Anhieb, aber es ist eine gute Angewohnheit für alle möglichen Situationen im Leben, nicht nur Prüfungen, die man durch Übung verbessern und fast schon automatisieren kann.

Und das ist ein Erfahrungswert, den ich gerne und ohne Bedenken weitergebe.

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Anke Betz

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