{"id":9975,"date":"2013-09-27T07:22:00","date_gmt":"2013-09-27T07:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/musik.a-z-translation.com\/schlimmer-geht-nimmer\/"},"modified":"2020-01-03T11:34:37","modified_gmt":"2020-01-03T11:34:37","slug":"schlimmer-geht-nimmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.a-z-translations.com\/es\/schlimmer-geht-nimmer\/","title":{"rendered":"Schlimmer geht (n)immer"},"content":{"rendered":"<div dir=\"ltr\" style=\"text-align: left;\" trbidi=\"on\">\nEigentlich wollte ich diese Woche \u00fcber meine ersten Schritte als Dozentin berichten, aber dann kam <a href=\"http:\/\/wortsalat.info\/index.php\/blog\/posting\/odesk-abzockerportal-freiberufler\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">dieser Blog-Beitrag<\/a> der Kollegin <a href=\"http:\/\/www.essrich.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ricarda Essrich<\/a> auf meinen Bildschirm, und den <i>muss <\/i>ich einfach verbreiten! Ein weiterer Beweis f\u00fcr die sinkende Moral gegen\u00fcber Freiberuflern und die Ahnungslosigkeit leider nicht nur der Auftraggeber, sondern auch der \u00dcbersetzer&#8230;. das ist mehr als traurig! Aber jeder lese und urteile selbst:<\/p>\n<h2>\nOdesk &#8211; das Abzockerportal f\u00fcr Freiberufler<\/h2>\n<div class=\"meta\">\n26. September 2013 &#8211; <a href=\"http:\/\/wortsalat.info\/index.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wortsalat<\/a> <\/div>\n<p>Derzeit geht ein Onlineportal durch die Presse (<a class=\"external\" href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2013\/36\/online-jobvermittlung-odesk-gary-swart\/seite-1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Zeit online<\/a> und <a class=\"external\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/karriere\/ausland\/freelancer-arbeiten-im-internet-als-digitale-tageloehner-a-917857.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Spiegel online<\/a> haben bereits berichtet), das sich als Wohlt\u00e4ter f\u00fcr Freiberufler und als Zukunft der Online-Arbeit sieht.<br \/>\nOdesk will Auftraggeber und Freiberufler online zusammenbringen. Laut<br \/>\nZeit.de handelt es sich bereits um die \u00abweltweit gr\u00f6\u00dfte Vermittlung von<br \/>\nOnlinearbeit\u00bb.<br \/>\n\u00abGet the job done on demand\u00bb steht da auf der Infoseite f\u00fcr<br \/>\nAuftraggeber. Und \u00abGreat careers begin here\u00bb auf der Seite f\u00fcr die<br \/>\nFreiberufler.<br \/>\nEigentlich ein l\u00f6bliches und erfolgversprechendes Prinzip. F\u00fcr uns<br \/>\n\u00dcbersetzer k\u00f6nnte das interessant sein, denn viele von uns leben nahezu<br \/>\nausschlie\u00dflich von Online-Arbeit. Will sagen: Meine Kunden sitzen \u00fcber<br \/>\nganz Deutschland, \u00d6sterreich und Skandinavien verteilt, und es spielt<br \/>\nkeine Rolle, von wo aus ich arbeite. Die Abwicklung geschieht per E-Mail<br \/>\n oder \u00fcber Online-Portale der \u00dcbersetzungsagenturen. Ich arbeite, wann<br \/>\nund wo ich will, wichtig ist nur, dass ich p\u00fcnktlich liefere.<br \/>\nDoch bei Odesk geht es nicht darum, Auftraggeber und professionelle<br \/>\nFreiberufler zusammenzubringen. Hier geht es darum, Projektarbeit f\u00fcr<br \/>\nm\u00f6glichst wenig Geld zu beauftragen. Professionalit\u00e4t oder Qualit\u00e4t.<br \/>\nspielt dabei keine Rolle. Alles ist ganz transparent &#8211; und so kann man<br \/>\nauf der Seite auch sehen, was die Kollegen verdienen. Oder die<br \/>\nAuftraggeber ausschreiben. Nicht wenige \u00dcbersetzer (ich lasse die<br \/>\nanderen Kategorien au\u00dfen vor, weil ich mich da in Sachen Honorar und<br \/>\nProfessionalit\u00e4t nicht auskenne) geben einstellige Dollarbetr\u00e4ge als<br \/>\nStundensatz an, auch in Europa ans\u00e4ssige. Schon mit der darin<br \/>\nenthaltenen Vermittlungsgeb\u00fchr in H\u00f6he von 10 % an Odesk sind das unterm<br \/>\n Strich unterirdische Honorare.<\/p>\n<div style=\"text-align: center;\">\n<\/div>\n<p><b>Beispiele f\u00fcr Unprofessionalit\u00e4t seitens der \u00dcbersetzer und Unversch\u00e4mtheit seitens der Auftraggeber gef\u00e4llig?<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>\n  Eine deutsche Kollegin gibt an: \u201eOn average I translate\/review about<br \/>\n50,000 words a week &#8211; this is truly my profession.\u201f Das ist nicht ihre<br \/>\nProfession, das ist Zauberei. Zumindest bei \u00dcbersetzungen. Wenn ich von<br \/>\neinem Durchschnittswert von 500 W\u00f6rtern pro Stunde ausgehe, m\u00fcsste sie<br \/>\n100 Stunden pro Woche \u00fcbersetzen. Ist aber wahrscheinlich auch notwendig<br \/>\n bei einem Stundensatz von 20 $.<\/li>\n<li>\n  Und eine Medizinstudentin studiert in der Slowakei auf Englisch, daher<br \/>\n kann sie aus dem Slowakischen und Englischen ins Schwedische<br \/>\n\u00fcbersetzen. Achja, von ihrem Freund hat sie auch noch Norwegisch<br \/>\ngelernt, das bietet sie nat\u00fcrlich auch an.<\/li>\n<li>\n  Ein franz\u00f6sischer Auftraggeber auf der anderen Seite hat eine Rechtstext-\u00dcbersetzung f\u00fcr rund 0,03 \u20ac pro Wort ausgeschrieben.<\/li>\n<li>\n  Und es geht noch schlimmer: Ein Auftraggeber m\u00f6chte 22 Minuten<br \/>\nspanisches Interview transkribiert und dann ins Englische \u00fcbersetzt<br \/>\nhaben und bietet 5 $ als Festpreis! (Zum Vergleich: Pro Minute<br \/>\nTranskription rechnet man ungef\u00e4hr das 5-6-fache an Arbeitszeit, also<br \/>\nrund 100 Minuten Arbeit nur f\u00fcr die Transkription. Und dann noch die<br \/>\n\u00dcbersetzung. F\u00fcr sage und schreibe 3,70 \u20ac!)<\/li>\n<\/ul>\n<p>\n<b>\u00dcberwachungssoftware inklusive<\/b><br \/>\nDer wahre Hammer sind aber die Arbeitsbedingungen, die Odesk den<br \/>\nFreiberuflern zumutet. Angeblich, um faire Bedingungen f\u00fcr beide<br \/>\nParteien zu bieten. Registriert man sich dort als Freiberufler, wird<br \/>\neine Software installiert, die alle 10 Minuten einen Screenshot macht<br \/>\nund an den Kunden schickt &#8211; damit der sicherstellen kann, dass er nur<br \/>\nf\u00fcr Zeit bezahlt, die auch gearbeitet wird. Surft man in dem Moment<br \/>\ngerade im Internet, wird man f\u00fcr die 10 Minuten seit dem letzten<br \/>\nScreenshot nicht bezahlt. Das ist eine bodenlose Unversch\u00e4mtheit. Denn<br \/>\nwie unterscheidet der Kunde\/Odesk\/das Programm, ob ich gerade aus Spa\u00df<br \/>\noder aus Recherchezwecken surfe? Bei meinen \u00dcbersetzungen bin ich<br \/>\nst\u00e4ndig im Netz unterwegs, denn Google und Wikipedia sind meine gr\u00f6\u00dfte<br \/>\nund wichtigste Ressource. Davon abgesehen m\u00f6chte ich selbst entscheiden,<br \/>\n wann und wie lange ich an einem Projekt arbeite. Das sind keine fairen<br \/>\nArbeitsbedingungen, das ist Ausbeutung. \u201eDigitale Tagel\u00f6hner\u201f nennt<br \/>\nSpiegel online das, und dem ist nichts mehr hinzuzuf\u00fcgen.<br \/>\nEs sch\u00fcttelt mich, wenn ich das lese, und sch\u00fctteln m\u00f6chte ich am<br \/>\nliebsten auch alle Kollegen, die \u00fcber solche Portale arbeiten. So<br \/>\nverlockend es auch (vor allem f\u00fcr Anf\u00e4nger) ist, weil regelm\u00e4\u00dfig<br \/>\nAuftr\u00e4ge winken, macht Euch nichts vor: Ihr verkauft Euch dort viel zu<br \/>\nbillig. Nicht Ihr verdient dar\u00fcber Geld. Das steckt Odesk ein. Und die<br \/>\nAuftraggeber, die auf Qualit\u00e4t sch&#8230; und Auftr\u00e4ge nach dem Motto<br \/>\nvergeben: Hauptsache billig!&nbsp;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte ich diese Woche \u00fcber meine ersten Schritte als Dozentin berichten, aber dann kam dieser Blog-Beitrag der Kollegin Ricarda Essrich auf meinen Bildschirm, und den muss ich einfach verbreiten! 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