{"id":9814,"date":"2016-11-04T11:03:00","date_gmt":"2016-11-04T11:03:00","guid":{"rendered":"https:\/\/musik.a-z-translation.com\/muttersprache-nachschlag\/"},"modified":"2020-01-03T11:36:48","modified_gmt":"2020-01-03T11:36:48","slug":"muttersprache-nachschlag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.a-z-translations.com\/es\/muttersprache-nachschlag\/","title":{"rendered":"Muttersprache &#8211; Nachschlag"},"content":{"rendered":"<p>Irgendwie verfolgt mich das Thema Sprache zur Zeit&#8230;<\/p>\n<p>Als Nachschlag f\u00fcr meinen <a href=\"http:\/\/a-z-translations.blogspot.com\/2016\/10\/die-deutsche-sprache.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Post von vorletzter Woche<\/a> hier noch ein paar erstaunlich aktuelle Zitate, die ich dazu sehr passend finde. (Erstaunlich vor allem, wenn man sich die Lebensdaten einiger ihrer Urheber ansieht!)<\/p>\n<div style=\"text-align: center;\">\n<blockquote class=\"tr_bq\">\n<blockquote class=\"tr_bq\"><p>\nDeshalb sollte ein wesentlicher Gesichtspunkt<br \/> f\u00fcr den Gebrauch jedes Fremdwortes sein,<br \/> ob es unersetzbar ist, weil es eine wirkliche L\u00fccke ausf\u00fcllt.<br \/> Es wird sich dann herausstellen, da\u00df die Verteidigung<br \/> von Fremdw\u00f6rtern oft nur die Verteidigung<br \/> der Bequemlichkeit ist, die wir uns nicht erlauben sollten. <br \/> <em>Gustav Heinemann (1899 &#8211; 1976)<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr ein Volk ist seine Sprache etwas Besonderes. In<br \/>\nihr wohnt sein ganzer Gedankenreichtum an Tradition, Geschichte,<br \/>\nReligion und Grunds\u00e4tzen des Lebens, sein Herz und seine Seele. Die<br \/>\nSprache, in der ich erzogen bin ist meine Sprache. So wie ein Kind alle<br \/>\nBilder und neuen Begriffe mit dem vergleicht, was es schon wei\u00df, so pa\u00dft<br \/>\n unser Geist insgesamt alle Sprachen der Muttersprache an. Sie beh\u00e4lt er<br \/>\n auf der Zunge, damit er nachher desto tiefer in den Unterschied der<br \/>\nSprachen eindringe. Sie beh\u00e4lt er im Auge, da\u00df, wenn er dort L\u00fccken<br \/>\nentdeckt, er den Reichtum der seinen, liebgewinne und ihre Armut, wo es<br \/>\nsein kann, mit fremden Sch\u00e4tzen bereichere. Sie ist der Leitfaden, ohne<br \/>\nden er sich im Labyrinth fremder Sprachen verirrt. Nicht um meine<br \/>\nSprache zu verlernen, lerne ich andere Sprachen, sondern ich gehe blo\u00df<br \/>\ndurch fremde G\u00e4rten, um f\u00fcr meine Sprache Blumen zu holen.<br \/> <em>Johann Gottfried Herder (1744 &#8211; 1803)<\/em><\/p>\n<p>Es ist ein Zeichen, da\u00df wir uns selbst gering achten,<br \/>\nsolange wir uns gegen uns und gegen andere Nationen unserer Sprache<br \/>\nsch\u00e4men. (&#8230;) Die Sprache, in der ich erzogen bin, ist meine Sprache.<br \/>\nNicht um meine Sprache zu verlernen, lerne ich andere Sprachen; nicht um<br \/>\n die Sitten meiner Erziehung umzutauschen, reise ich unter fremde<br \/>\nV\u00f6lker; nicht um das B\u00fcrgerrecht meines Vaterlandes zu verlieren, werde<br \/>\nich ein naturalisierter Fremder: denn sonst verliere ich mehr, als ich<br \/>\ngewinne. Sondern ich gehe blo\u00df durch fremde G\u00e4rten, um f\u00fcr meine<br \/>\nSprache, als eine Verlobte meiner Denkart, Blumen zu holen: ich sehe<br \/>\nfremde Sitten, um die Meinigen, wie Fr\u00fcchte, die eine fremde Sonne<br \/>\ngereift hat, dem Genius meines Vaterlandes zu opfern.<br \/> <em>Johann Gottfried Herder (1744 &#8211; 1803)<\/em><\/p>\n<p>Es ist ein Fluch, in einem Volk als Dichter zu leben, das seine eigene<br \/>\nSprache nicht kennt, nicht liebt, nicht pflegt, nicht sch\u00fctzt. [&#8230;] Es<br \/>\ngibt in Europa kein andres Land, in dem man Professor, Arzt, Minister,<br \/>\nKult(us)minister, Akademiemitglied, Ehrendoktor, B\u00fcrgermeister und<br \/>\nAbgeordneter werden kann, alles ohne seine eigene Sprache anst\u00e4ndig<br \/>\nreden und schreiben zu k\u00f6nnen.<br \/> <i>Hermann Hesse (1877- 1962)<\/i><\/p>\n<p>Ein Volk, das seine eigene Sprache verlernt,<br \/> gibt sein Stimmrecht in der Menschheit auf <br \/> und ist zur stummen Rolle <br \/> auf der V\u00f6lkerb\u00fchne verwiesen. <br \/> <i>Friedrich Ludwig Jahn (1778 &#8211; 1852)&nbsp;<\/i> \n<\/p><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<div style=\"text-align: left;\">\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwie verfolgt mich das Thema Sprache zur Zeit&#8230; Als Nachschlag f\u00fcr meinen Post von vorletzter Woche hier noch ein paar erstaunlich aktuelle Zitate, die ich dazu sehr passend finde. 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