{"id":14743,"date":"2022-04-07T14:49:07","date_gmt":"2022-04-07T12:49:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.a-z-translations.com\/?p=14743"},"modified":"2022-04-07T14:49:09","modified_gmt":"2022-04-07T12:49:09","slug":"uebersetzungen-besser-als-das-original","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.a-z-translations.com\/en\/uebersetzungen-besser-als-das-original\/","title":{"rendered":"\u00dcbersetzungen besser als das Original"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich gebe es zu: Wenn ich der Sprache m\u00e4chtig bin, lese ich ein Buch lieber im Original. Auch Filme sehe ich mir lieber im Originalton an, weil bei der Synchronisierung m.E. oft so sch\u00f6ne, scheinbar kleine Dinge wie Dialekte oder auch einfach die &#8220;echten&#8221; Stimmen der Schauspieler verloren gehen. (Und mal ganz ehrlich: Meistens sind sie ja gut gew\u00e4hlt, aber manche Synchronisationsstimmen passen einfach \u00fcberhaupt nicht zu den Personen!)<\/p>\n\n\n\n<p>Und auch beim geschriebenen Wort, kann es passieren, dass bei der \u00dcbersetzung etwas auf der Strecke bleibt, wenn auch vielleicht aus durchaus gutem Grund.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber gilt das auch andersherum?<\/p>\n\n\n\n<p>Das gerade erschienene Buch von Sylvia Reinart &#8220;Im Original geht viel verloren. Warum \u00dcbersetzungen oft besser sind&#8221; geht genau dieser Frage nach und beleuchtet dabei auch das \u00dcbersetzen selbst ganz neu.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;<em>Beim \u00dcbersetzen, so hei\u00dft es gemeinhin, ginge immer etwas verloren. Wer die Sprache des Originals beherrsche, sei daher gut beraten, das Ursprungswerk heranzuziehen. F\u00fcr \u00dcbersetzerinnen und \u00dcbersetzer sowie f\u00fcr alle, deren Fremdsprachenkenntnisse nicht ausreichen, um den Ratschlag zu befolgen, ist die These der Verlustbilanz jedoch einigerma\u00dfen frustrierend. Aber stimmt sie \u00fcberhaupt? Zahlreiche Fakten sprechen dagegen. Deshalb weitet Sylvia Reinart den etablierten unidirektionalen Blick auf das \u00dcbersetzen hier nun innovativ: Neben dem m\u00f6glichen Verlust nimmt sie gleichberechtigt den sicheren Gewinn ins Visier. Der Titel fordert zum \u00dcberdenken traditioneller Konzepte auf und verweist auf die Strahlkraft von \u00dcbersetzungen. Manch eine \u00dcbersetzung ist tats\u00e4chlich besser als das Original&#8221;<\/em>, lautet der Klappentext.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erinnere mich an ein Buch eines US-amerikanischen Autors, das ich zun\u00e4chst nur auf Deutsch zu lesen bekam, und das ich bald frustriert in die Ecke warf, weil die Geschichte zwar gut, aber grauenvoll geschrieben war. Mein erster Gedanke war, dass es vermutlich eine schlechte \u00dcbersetzung war. Allerdings wurde ich bald eines Besseren belehrt &#8211; das Original war genauso grauenvoll geschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Damals hatte ich selbst mit dem \u00dcbersetzen noch nichts am Hut. Heute frage ich mich, ob der oder die \u00dcbersetzerIn nicht vielleicht sogar doch schon eine bessere Geschichte pr\u00e4sentiert hatte als der Autor. Daf\u00fcr m\u00fcsste ich allerdings nochmal beides vergleichen, und so richtig aufraffen kann ich mich dazu nicht&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich sage ich aber auch meinen Sch\u00fclerInnen, dass, selbst wenn der Ausgangstext nicht so toll ist, die \u00dcbersetzung deswegen nicht ebenfalls schlecht sein muss. Im Gegenteil, dass die \u00dcbersetzung besser ist als das Original, ist meiner Erfahrung nach gar nicht so selten der Fall.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn es sich nicht gerade um ein literarisches Werk handelt*, spricht nichts dagegen (und vieles daf\u00fcr), die Unstimmigkeiten, die w\u00e4hrend der \u00dcbersetzung auffallen, gemeinsam mit dem Verfasser oder der Verfasserin des Textes aufzul\u00f6sen. Schlie\u00dflich sieht sich niemand sonst einen Text Satz f\u00fcr Satz so genau an wie ein \u00dcbersetzer. Und nur eine \u00dcbersetzerin bemerkt mit ihrem geschulten Blick die Ungereimtheiten von einem Absatz zum n\u00e4chsten.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht sollten alle f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung gedachten Texte erstmal \u00fcbersetzt werden, bevor sie tats\u00e4chlich publik gemacht werden&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><em>* (deren Autoren ja oft etwas empfindlich sind und die man zumindest zum Zeitpunkt der Ver\u00f6ffentlichung nicht mehr kritisieren darf, aber das ist nur meine pers\u00f6nliche Meinung, muss nicht unbedingt die Realit\u00e4t widerspiegeln und soll v.a. auch keine Diffamierung von SchriftstellerInnen oder LektorInnen darstellen!)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich gebe es zu: Wenn ich der Sprache m\u00e4chtig bin, lese ich ein Buch lieber im Original. 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